Nachweis zum Schall- und Wärmeschutz
Wärmeschutz
Schallschutz


Wann benötigen Sie einen Nachweis zum Schall- und Wärmeschutz?

Genehmigungsfreie Wohngebäude, Stellplätze und Garagen (Auszug aus Abs. 4 § 67 LBO)

Bei Wohngebäuden mittlerer Höhe und Wohngebäuden geringer Höhe mit mehr als zwei Wohnungen, jedoch nicht bei deren Nebengebäuden und Nebenanlagen, müssen vor Baubeginn ein von einer/ einem staatlich anerkannten Sachverständigen im Sinne des § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 geprüfter Nachweis über den Schall- und Wärmeschutz vorliegen.

Vereinfachtes Genehmigungsverfahren (Auszug aus Abs. 2 § 68 LBO)

Spätestens bei Baubeginn sind die von einer/ einem staatlich anerkannten Sachverständigen im Sinne des § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 aufgestellten oder geprüften Nachweise über den Schall- und Wärmeschutz bei der Bauaufsichtsbehörde einzureichen.

Gleichzeitig sind der Bauaufsichtsbehörde die staatlich anerkannten Sachverständigen im Sinne des § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 zu benennen, die mit den stichprobenhaften Kontrollen der Bauausführung beauftragt worden sind.

Genehmigungsbedürftige Vorhaben (Auszug aus Abs. 1 § 63 LBO)

Die Errichtung, die Änderung, die Nutzungsänderung und der Abbruch baulicher Anlagen sowie anderer Anlagen und Einrichtungen im Sinne des § 1 Abs. 1 Satz 2 bedürfen der Baugenehmigung, soweit in den §§ 65 bis 67, 79 und 80 nichts anderes bestimmt ist.

Behandlung des Bauantrages (Auszug aus Abs. 6 § 72 LBO)

Legt die Bauherrin oder der Bauherr Bescheinigungen einer/ eines staatlich anerkannten Sachverständigen im Sinne des § 85 Abs. 2 Satz 1 Nr. 4 vor, so wird vermutet, dass die bauaufsichtlichen Anforderungen insoweit erfüllt sind.

 

Wärmeschutz

Energieeinsparverordnung (EnEV)

Die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung legt ein starkes Gewicht auf das Thema Energieeinsparung in Gebäuden. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist zu einem zentralen Element des Klimaschutzprogramms geworden und u.a. mit dem Ziel verbunden bis zum Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Daher ist neben der Energieeinsparverordnung (EnEV) auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) zu erfüllen.

Parallel zu den Anforderungen der EnEV fordert das EEWärmeG, dass ein Teil der benötigten Wärme oder Kälte über erneuerbare Energiequellen oder andere anerkannte Ersatzmaßnahmen gedeckt wird.

Vor der EnEV wurde der Wärmeschutz bei Gebäuden allein durch die Einhaltung des Jahresheizwärmebedarfes nachgewiesen. Die Anlagentechnik und deren Energieverluste wurden nicht berücksichtigt. Mit der Energieeinsparverordnung wird der Nachweis des Endenergiebedarfs und des Primärenergiebedarfs gefordert. Der Planer bzw. Ingenieur hat die Freiheit, verschiedene Maßnahmen der Energieeinsparung seitens der Gebäudeaußenhülle und der Anlagentechnik einzusetzen und z.B. geringe Dämmmaßnahmen am Baukörper mit einer energetischen Verbesserung der Anlagentechnik zu kompensieren, um das Anforderungsniveau der Verordnung immer unter Beachtung des Mindestwärmeschutzes einzuhalten.

Die Energieeinsparverordnung legt nicht nur die Grenzen des Energiebedarfs für Neubauten fest, sondern stellt auch Regelungen für den Gebäudebestand auf, z.B. Verschärfung der energetischen Anforderungen bei wesentlichen Änderungen an Bauteilen, die erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden.

Nachrüstung bei Anlagen und Gebäuden:

Eigentümer von Wohngebäuden sowie von Nichtwohngebäuden, die nach ihrer Zweckbestimmung jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt werden, müssen dafür sorgen, dass zugängliche Decken beheizter Räume zum unbeheizten Dachraum (oberste Geschossdecken), die nicht die Anforderungen an den Mindestwärmeschutz erfüllen, nach dem 31.12.2015 so gedämmt sind, dass der Wärmedurchgangskoeffizient der obersten Geschossdecke 0,24 W/(m²K) nicht überschreitet.

Anstelle der obersten Geschossdecke kann auch das darüber liegende Dach gedämmt werden bzw. die Pflicht zur Nachrüstung entfällt, wenn das darüber liegende Dach den Anforderungen an den Mindestwärmeschutz genügt.

Bei Wohngebäuden mit nicht mehr als zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer eine Wohnung am 01.02.2002 selbst bewohnt hat, sind die Pflichten nach den Absätzen 1 bis 3 erst im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 01.02.2002 von dem neuen Eigentümer zu erfüllen.

Die Frist zur Pflichterfüllung beträgt zwei Jahre ab dem ersten Eigentumsübergang.

Soweit die für die Nachrüstung erforderlichen Aufwendungen durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können, entfällt die Nachrüstverpflichtung.

Anlagen:

Eigentümer von Gebäuden dürfen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1.10.1978 eingebaut oder aufgestellt worden sind, nicht mehr betreiben.

Eigentümer von Gebäuden dürfen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und vor dem 1.01.1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, ab 2015 nicht mehr betreiben.

Eigentümer von Gebäuden dürfen Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickt werden und nach dem 1.01.1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind, nach Ablauf von 30 Jahren nicht mehr betreiben.

Die Sätze 1 bis 3 sind nicht anzuwenden, wenn die vorhandenen Heizkessel Niedertemperatur-Heizkessel oder Brennwertkessel sind sowie auf heizungstechnische Anlagen, deren Nennleistung weniger als vier Kilowatt oder mehr als 400 Kilowatt beträgt und auf Heizkessel nach § 13 Absatz 3 Nr. 2 bis 4.

Eigentümer von Gebäuden müssen dafür sorgen, dass bei heizungstechnischen Anlagen bisher ungedämmte, zugängliche Wärmeverteilungs- und Warmwasserleitungen sowie Armaturen, die sich nicht in beheizten Räumen befinden, nach Anlage 5 zur Begrenzung der Wärmeabgabe gedämmt sind.

 

Schallschutz

Mit wachsendem Lebensstandard und stetig steigendem Anspruch an den Wohnkomfort rückt auch die Problematik der Lärmbelästigung und des notwendigen Schallschutzes stärker ins Interesse der Menschen. Der in der DIN 4109 festgeschriebene und bauordnungsrechtlich geforderte Mindestschallschutz ist daher nicht mehr der zu erfüllende Standard. Oft wird daher mit vom Auftraggeber ein besserer Standard festgelegt. Dieser nun zivilrechtlich geschuldete Schallschutz könnte entsprechend der VDI Richtlinie 4100 z.B. mit SSt II oder SSt III festgeschrieben werden.

Jeder Architekt oder Bauträger, der seinem Auftraggeber ein luxuriöses Gebäude zusagt, aber nur den Mindestschallschutz gewährleistet riskiert Schadensersatzansprüche.

Im Gebäudeinneren sind hinsichtlich des Schallschutzes folgende Aufgaben zu lösen:

  • Gewährleistung eines ausreichenden Luft- und Trittschallschutzes der Trennwände und –decken (Insbesondere Wohnungstrennwände, Treppenhauswände, Treppen und Podeste
  • Berücksichtigung des Einflusses von Türen und Querschnittsveränderungen auf die Schalldämmung von Trennbauteilen
  • Berücksichtigung des Einflusses von Schächten und Kanälen auf die Schalldämmung Von Trennbauteilen
  • Planung und Einbau schalltechnisch einwandfreier Hausinstallation

Hinsichtlich des Außenlärms sind die konstruktive Ausbildung von Dächern, Fassaden und Fenstern, die Gestaltung der Außenanlagen (Wälle, Zäune, Schutzabstände), Baukörperorientierung, Grundrissgestaltung und nicht zuletzt die Organisation der selbst geplanten Verkehrsführung (Ein- und Ausfahrten, Garagen) festzulegen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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