Gutachterhonorar

Was kostet ein Wertgutachten? Fragen und Antworten zum Gutachterhonorar.

Eine häufig gestellte Frage! Die Antwort ist immer: Es kommt darauf an.

Entscheidend für den Wert eines Gutachtens ist weder der Preis bzw. das gezahlte Honorar noch der (mengenmäßige) Umfang des Gutachtens, sondern es zählen einzig und allein Qualität, Inhalt und Zweckerfüllung des Gutachtens. Vor diesem Hintergrund erscheint ein vermeintlich hohes, aber angemessenes Gutachterhonorar sinnvoller investiert, als die Investition in eine Leistung die vom Auftraggeber nicht verwendet werden kann und mag sie noch so günstig sein.

So hat auch Walter Ludin festgestellt: „Alles hat seinen Preis. Aber nicht jeder Preis hat seinen Wert.“

Nun mag jeder selber entscheiden, welches Gutachterhonorar ihm die Leistung wert ist. Dazu nachfolgend einige grundsätzliche Ausführungen und Auszüge aus den einschlägigen Verordnungen u.a. sowie abschließend ein Honorarbeispiel.

Bei einem Privatauftrag ist der Sachverständige in der Honorargestaltung grundsätzlich frei. Es gibt keine bundesweit geltende staatliche Gebührenordnung für Sachverständige im außergerichtlichen Bereich. Lediglich in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure HOAI gab es Gebührenregelungen für den Bereich Wertermittlung. Mit Fassung von 2009 ist dieser Bereich jedoch nicht mehr Bestandteil der HOAI. Mithin kann ein Sachverständiger für jeden Einzelfall mit einem Auftraggeber Umfang und Höhe des Honorars frei vereinbaren. Bei Gerichtsauftrag gibt es allerdings eine staatliche Gebührenordnung für Sachverständige in (Gesetz über die Entschädigung von Zeugen und Sachverständigen ZSEG).

Das Gutachterhonorar richtet sich stets nach dem Bearbeitungsaufwand, der sich aus der Bewertungsaufgabe und dem Bewertungsobjekt selber ergibt.

Auch die Tatsache ob und wie gut ein Objekt dokumentiert ist und diese Unterlagen dem Sachverständigen zur Verfügung gestellt werden, beeinflusst den Bearbeitungsaufwand nicht unerheblich. Wenn z.B. noch Bauakten bei den Behörden einzusehen sind oder wenn sogar gar keine Genehmigungsunterlagen mehr vorhanden sind und ein vollständiges Neuaufmass mit Grundrissplan zu fertigen ist, z.B. weil das Gebäude schon so alt ist, dann ergibt sich naturgemäß ein höherer Zeitaufwand, als wenn die Unterlagen vollständig seitens des Auftraggebers überlassen werden.

Weiterhin wertrelevant und damit auch honorarbeeinflussend sind die rechtlichen Eigenschaften des Bewertungsobjekts und die sonstigen besonderen, objektspezifischen Grundstücksmerkmale.

Außerdem entscheidet der Zweck, für den die Wertermittlung oder das Wertgutachten benötigt wird, über den Umfang und das Gutachterhonorar.

Bei einer Ankaufberatung beispielsweise können oftmals gar nicht alle Unterlagen zur Verfügung gestellt werden bzw. diese werden vom Noch – Eigentümer auch nicht zur Einsicht überlassen. Hier reicht dem Kaufinteressenten häufig eine erste überschlägige Einschätzung mit Ausweisung einer üblichen Kaufpreisspanne.

Anders verhält es sich demgegenüber bei Verkehrswertgutachten, die zur Vorlage beim Gericht oder dem Finanzamt dienen. Hier ist ein ausführliches Gutachten mit grundlegenden Recherchen, Aufbereitung aller wertrelevanten Daten und Erläuterung aller Bewertungsparameter unerlässlich. Aber auch hier bestimmt letztlich die Bewertungsaufgabe den Bearbeitungsumfang.

Bei familiären Auseinandersetzung (wie Scheidung, interne Erbangelegenheiten) wählen die Beteiligten aus Kostengründen oftmals eine kürzer gefasste Version des ausführlichen Gutachtens. Hierbei werden die Bewertungsparameter ebenso sorgfältig ermittelt, wie bei der ausführlichen Version, allerdings fällt der beschreibende Teil deutlich reduzierter aus und die Bewertungsansätze werden nicht im Detail erläutert.

Für Immobilien, die nicht dem nachfolgenden Beispielobjekt entsprechen, insbesondere z.B. für Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien u.ä. ab einem Verkehrswert von 200.000 €, kann die Honorartabelle des BVS (Bundesverband öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger e.V.) zur Übersicht herangezogen werden.

BVS-Honorartabelle


Zur Einschätzung des Gutachterhonorars mag folgende Übersicht (hier am Beispiel für ein Standard – Einfamilien – Wohnhaus) dienen:

Ankaufberatung / gutachterliche Stellungnahme                                          450 € zzgl. MwSt.*

Beinhaltet 1 Ortstermin; Wertermittlung mit ortsüblichen Bewertungsansätzen; Zusammenstellung der Ergebnisse in einem ca. 3 – 7 seitigen Bericht

Kurzgutachten                                                                                                                    850 € zzgl. MwSt.*

Beinhaltet 1 Ortstermin; vollständige Wertermittlung mit Recherche und Überprüfung von Bewertungsparametern im üblichen Umfang und mit Ansatz orts- und objektüblicher Bewertungsansätze (im Ergebnis also identisch mit dem ausführlichen Gutachten, jedoch mit reduzierter Beschreibung und Erläuterung); Zusammenstellung der Wertermittlungsergebnisse in Kurzform in einem ca. 10 – 20 – seitigen Dokument

Ausführliches Verkehrswertgutachten (VK bis 225.000 €)                               ca. 1.250 zzgl. MwSt.*

Beinhaltet 1 Ortstermin; vollständige Wertermittlung mit Recherche und Überprüfung von Bewertungsparametern im üblichen Umfang und mit Ansatz orts- und objektüblicher Bewertungsansätze mit ausführlicher Beschreibung des Bewertungsobjekts, der wertrelevanten Eigenschaften und Erläuterung der Bewertungsansätze. Das ausführliche Gutachten umfasst ca. 40 – 60 Seiten.

*)

Vorstehende Honorarübersicht beruht auf der Annahme, dass die Unterlagen auftraggeberseitig zur Verfügung gestellt werden bzw. sofern diese nicht überlassen werden können ist mit einem Zuschlag auf das Grundhonorar zu kalkulieren, dieser bemisst sich nach dem erforderlichen Zeitaufwand für die Beschaffung bzw. Herstellung der Unterlagen/ Daten. Der Stundensatz beträgt netto 95 €. Nebenkosten, für Porto, Telefon, Kopien u.ä. werden gesondert mit 5 % der Honorarsumme sowie Fahrtkosten und  Gebühren gegen Nachweis in Rechnung gestellt. Des Weiteren wurde angenommen, dass sich das Gebäude in einem baujahrstypischen Gebäudezustand befindet und keine besonderen objektspezifischen Grundstücksmerkmale/ Objekteigenschaften zu berücksichtigen sind. 


Besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale/ Objekteigenschaften, die einen Honorarzuschlag begründen, sind z.B.:

Eintragungen im Grundbuch Abt. II (z.B. Nießbrauch)

  • Gesetzlich begründete Rechte und Belastungen (Beschränkung aufgrund des BGB, z.B. Notwegerecht)
  • Sonstige öffentlich – rechtliche Belastungen, Rechte und Beschränkungen (z.B. Baulasten)
  • Schäden am Gebäude in nicht mehr üblichem Umfang

Sofern Sie ein konkretes Angebot über das Gutachterhonorar benötigen senden Sie dazu bitte aussagekräftige Unterlagen, wie einen aktuellen Grundbuchauszug, einen Katasterauszug oder Lageplan sowie Grundrisspläne als pdf – Datei an uns. Nutzen Sie dazu nachfolgendes Kontaktformular und geben zusätzlich an, ob sonstige wertrelevante Umstände zu berücksichtigen sind. Für die Ausarbeitung eines Angebots berechnen wir eine Bearbeitungspauschale von netto 50 €, die bei Auftragserteilung wieder verrechnet wird.


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